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FAQ

Übersetzen mit KI

Qualität und Tools

Wie gut sind KI-Übersetzungen?

Für Deutsch–Niederländisch sind KI-Übersetzungen bei sachlichen Texten oft schon sehr gut: Grammatik und Satzbau stimmen meistens. Die Schwächen liegen woanders, nämlich bei falscher Anrede, uneinheitlichen Fachbegriffen, wörtlich übersetzten Redewendungen und Sätzen, die korrekt, aber nicht natürlich klingen. Manchmal lässt die KI auch Informationen weg oder ergänzt etwas, das im Original nicht steht. Je werblicher, fachlicher oder rechtlich relevanter ein Text ist, desto wichtiger ist deshalb die Prüfung durch einen Muttersprachler. Kurz gesagt: KI liefert einen guten Entwurf, aber keine geprüfte Übersetzung.

Mit welcher KI sollte man übersetzen?

Es gibt nicht die eine beste KI, sondern das passende Werkzeug für Ihren Text. Spezialisierte Übersetzungsdienste wie DeepL sind schnell, liefern einheitliche Ergebnisse und bieten Glossarfunktionen. Große Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini lassen sich dagegen über Prompts genau steuern: Zielgruppe, Tonalität, Anrede und Hintergrundwissen zum Produkt. Für Marketing- und Shoptexte sind sie deshalb oft die bessere Wahl. Achten Sie außerdem auf Datenschutz und die Anbindung an Ihr Shopsystem oder CMS. Da sich die Modelle alle paar Monate verändern, empfehle ich einen Test mit Ihren eigenen Texten, den ich gern für Sie durchführe.

Sollte man Cross-Checking mit mehreren LLMs machen?

Als zusätzliches Prüfwerkzeug ja, als Ersatz für einen Menschen nein. Ein zweites Sprachmodell findet oft Auslassungen, Zahlendreher oder Bedeutungsverschiebungen, die das erste übersehen hat. Gleichzeitig teilen Sprachmodelle viele Schwächen: Sie bestätigen sich gegenseitig bei unnatürlichen Formulierungen oder falschen Fachbegriffen. Und zwei unterschiedliche Versionen nützen nichts, solange niemand entscheidet, welche richtig ist. Bewährt hat sich dieser Ablauf: Ein Modell übersetzt mit einem guten Prompt, ein zweites prüft gezielt anhand einer Fehlerliste, und ein Muttersprachler trifft die Entscheidung. Für kurze, unkritische Texte lohnt sich der Mehraufwand meist nicht.

Welche typischen Fehler macht KI bei Deutsch–Niederländisch?

Die häufigsten Fehler, die ich in KI-Übersetzungen finde:

  • Anrede: Aus dem deutschen „Sie“ wird automatisch „u“, obwohl viele niederländische Marken ihre Kunden mit „je“ ansprechen, oder umgekehrt.
  • Falsche Freunde: Das deutsche „bekommen“ heißt auf Niederländisch „krijgen“, nicht „bekomen“. Das niederländische „bellen“ bedeutet „anrufen“.
  • Satzbau: Lange deutsche Schachtelsätze wirken auf Niederländisch steif und bürokratisch.
  • Formate: Datumsangaben, Größen und Maßeinheiten werden nicht an den Zielmarkt angepasst.
  • Terminologie: Derselbe Fachbegriff wird im selben Text unterschiedlich übersetzt.
  • SEO: Suchbegriffe werden wörtlich übersetzt statt so, wie Menschen im Zielland tatsächlich suchen.

Welche Texte sollte man nicht nur von KI übersetzen lassen?

Alles, bei dem ein Fehler Geld, Vertrauen oder rechtliche Sicherheit kostet. Dazu gehören Rechtstexte wie AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzhinweise, die zusätzlich juristisch geprüft werden sollten. Ebenso medizinische und sicherheitsrelevante Informationen, Slogans, Wortspiele und Markennamen sowie SEO-Texte. Bei Slogans und Kampagnen ist oft eine Transcreation nötig: eine freie Neufassung, die im Zielmarkt dieselbe Wirkung hat.

Zusammenarbeit

Brauche ich noch einen Übersetzer, wenn ich KI nutze?

Nicht für jeden Text, aber für alles, was Ihre Kunden lesen. Interne Notizen oder E-Mails, die Sie nur verstehen möchten, können Sie ohne Prüfung mit KI übersetzen. Bei Shoptexten, Werbung, Produktinformationen und Verträgen sollte ein Muttersprachler das Ergebnis prüfen. Die Rolle des Übersetzers hat sich dabei verändert: Ich bereite die KI vor und prüfe das Ergebnis, statt jedes Wort selbst zu übersetzen. Das ist schneller und günstiger als eine klassische Übersetzung.

Was ist Post-Editing?

Post-Editing, auch MTPE (Machine Translation Post-Editing) genannt, ist die Überarbeitung einer maschinellen Übersetzung durch einen Menschen. Beim leichten Post-Editing wird nur sichergestellt, dass der Text verständlich und inhaltlich korrekt ist. Nach einem vollständigen Post-Editing entspricht der Text sprachlich und stilistisch einer menschlichen Übersetzung. Die Norm ISO 18587 beschreibt diesen Prozess. Für alles, was veröffentlicht wird, empfehle ich das vollständige Post-Editing.

Was gehört in einen guten Übersetzungsprompt?

Ein guter Prompt gibt der KI alle Informationen, die auch ein menschlicher Übersetzer bräuchte:

  • Zielmarkt und Zielgruppe, zum Beispiel Niederlande oder Belgien, Endkunden oder Fachpublikum
  • Anrede („u“ oder „je“, „Sie“ oder „du“) und Tonalität
  • Glossar mit festen Übersetzungen und Begriffen, die nicht übersetzt werden, etwa Markennamen
  • Formatvorgaben wie HTML-Tags, Platzhalter und Zeichenlimits
  • Beispiele für gelungene Texte in der Zielsprache
  • Die Anweisung, Unklarheiten zu markieren statt zu raten

Was ist ein Glossar und warum ist es so wichtig?

Ein Glossar ist eine Liste Ihrer wichtigsten Begriffe mit der festgelegten Übersetzung, zum Beispiel Produktnamen, Fachbegriffe und Shop-Bezeichnungen wie „Warenkorb“. Ohne Glossar übersetzt die KI denselben Begriff mal so und mal anders. Mit Glossar bleiben Shop, Newsletter und Anzeigen einheitlich. Ich erstelle das Glossar zu Beginn und ergänze es nach jeder Prüfrunde, sodass die KI mit der Zeit immer weniger Fehler macht.

Kann ich selbst mit KI übersetzen und nur die Prüfung beauftragen?

Ja, das ist sogar der häufigste Fall. Sie schicken mir den Ausgangstext und die KI-Übersetzung, idealerweise zusammen mit dem Prompt, den Sie verwendet haben. Ich prüfe und korrigiere den Text und gebe Ihnen Hinweise, wie Sie Ihren Prompt verbessern können.

Darf ich vertrauliche Texte in KI-Tools eingeben?

Nur mit Bedacht. Je nach Anbieter und Version können Eingaben zum Training der KI verwendet werden. Für personenbezogene Daten, Kundendaten oder Geschäftsgeheimnisse sollten Sie Business-Versionen mit Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und deaktiviertem Training nutzen und personenbezogene Daten vorher entfernen. Ich berate Sie gern bei der Tool-Auswahl; eine Rechtsberatung ersetzt das allerdings nicht.

Übersetzen Sie für die Niederlande oder für Flandern?

Standardmäßig prüfe und übersetze ich für die Niederlande. Wenn Sie auch Kunden in Belgien (Flandern) ansprechen, sagen Sie es mir vorab: Einige Begriffe und die übliche Anrede unterscheiden sich dort.

Kosten und Ablauf

Was kostet die Prüfung einer KI-Übersetzung?

Die Prüfung kostet deutlich weniger als eine Übersetzung von Grund auf. Ich rechne nach Wortanzahl des Ausgangstextes oder nach Aufwand ab, je nach Projekt. Bevor wir starten, prüfe ich kostenlos einen kurzen Beispieltext, damit Sie die Qualität Ihrer KI-Übersetzung einschätzen können. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.

Wie schnell erhalte ich die geprüfte Übersetzung?

Texte bis 2.000 Wörter in der Regel innerhalb von zwei Werktagen. Bei größeren Projekten vereinbaren wir Teillieferungen, damit Sie früh mit den ersten Texten arbeiten können.

Was bekomme ich nach der Prüfung zurück?

Sie erhalten die korrigierte Fassung und eine Übersicht aller Änderungen, wahlweise mit Änderungsverfolgung in Word oder als Prüfprotokoll in Excel mit Fehlerkategorien. Dazu bekommen Sie konkrete Empfehlungen für Prompt und Glossar, damit wiederkehrende Fehler beim nächsten Mal gar nicht erst entstehen.

Welche Dateiformate können Sie bearbeiten?

Word, Excel, CSV, PowerPoint, XLIFF sowie Exporte aus CMS und Shopsystemen. Nach Absprache arbeite ich auch direkt in Ihrem System, zum Beispiel in TYPO3 oder Shopware.

Ihre Frage war nicht dabei?

Schreiben Sie mir. Ich antworte in der Regel innerhalb eines Werktags.

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